Action Painting ist eine Unterkategorie der abstrakten Malerei bzw. des abstrakten Expressionismus. Jackson Pollocks Hauptwerk wird zwar dem Action Painting zugeordnet, aber seine Gemälde werden ebenso als Drip Painting-Werke definiert. Auch die Technik des Schüttbild, bekannt geworden durch Hermann Nitsch, fällt unter dem Begriff Action Painting. Diese Beispiele zeigen die Schwierigkeit, den Begriff klar abzugrenzen. Action Painting bezeichnet eine unmittelbare und dynamische Maltechnik, die jenseits von bewusster Beeinflussung durch den Künstler ihre Kraft erhält. Daher besteht keine Komposition im Sinne eines geplanten Bildaufbaus. Auf eine komplexe Technik im Bezug auf Farbmischung oder Ausarbeitung wird verzichtet. Die Materialien sind einfach und sind auf den Prozess der Farbauftragung auf den Malgrund reduziert. Die Farbe wird mit Pinsel oder direkt aus Farbtöpfen und -behälter grob gemalt, geschüttet, getropft oder auf die Leinwand gespritzt. Einige Künstler verzichteten völlig auf eine direkte Bearbeitungsweise und überließen die Bildgestaltung dem Zufall. Als Vorgänger kann man sowohl den Surrealismus (Automatismus) als auch die Dada-Bewegung nennen. Action Painting (auch Actionpainting „Aktionsmalerei“) bezeichnet eine Kunstrichtung der modernen Malerei innerhalb des abstrakten Expressionismus. Sie trat ab 1950 in den USA auf und war durch Jackson Pollock international bekannt geworden. Vergleichbar ist der europäische Tachismus oder Informel. Zeitgenössische Kunst bedeutet Kunst, insbesondere Bildende Kunst, die von Zeitgenossen hergestellt und von anderen Zeitgenossen als bedeutend wahrgenommen wird. In der Regel, wenn nicht ausdrücklich ein definierter, zurückliegender, Zeitrahmen genannt wird („Zeitgenössische Kunst des 19. Jahrhunderts“), ist damit die Gegenwartskunst angesprochen. Vergleichbare Benennungen in diesem Zusammenhang sind aktuelle Kunst sowie der englischsprachige Begriff contemporary art. Diese Begriffe werden benutzt, um die Bezeichnung Moderne Kunst bzw. Avantgarde zu vermeiden. Alltagssprachlich steht modern für „zeitgemäß, nach dem Zeitgeschmack, neuzeitlich“[1] und kann insofern als synonym zu zeitgenössisch gelten. Fachsprachlich, im Kontext der Kunst- und Kulturgeschichte, ist der Begriff der Moderne jedoch mehr oder weniger fest mit einer zwar nicht abgeschlossenen, aber bereits historischen Epoche der Kunstgeschichte verbunden. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Aufkommen des Begriffs der Postmoderne, siehe auch Postmoderne Architektur, gilt hier modern nicht mehr unbedingt als zeitgenössisch oder zeitgemäß. Mit den Begriffen Zeitgenössische Kunst, Gegenwartskunst und Contemporary Art ist keine Aussage hinsichtlich Konzept, künstlerischem Stil, Technik, Form sowie hinsichtlich Zugehörigkeit zu einer künstlerischen Strömung, Bewegung bzw. Gruppe verbunden. Zeitgenössische Kunst kann Malerei sein, aber beispielsweise auch in einer Form vorliegen, die sich erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten etablierte, wie beispielsweise Videokunst, Performance oder Konzeptkunst. Die Begriffe Zeitgenössische Kunst und Gegenwartskunst können nicht nur auf das einzelne Kunstwerk zielen, sondern auch auf ein schwer abgrenzbares kulturelles und ökonomisches System der Kunstproduktion, das sich teilweise mit dem Kunstbetrieb überschneidet und teilweise am Kunstmarkt orientiert. Viele Museen und regelmäßig stattfindende Kunstausstellungen sehen sich heute weltweit als Ausstellungsorte für relevante zeitgenössische Kunst. Als die bedeutendste Ausstellung für Gegenwartskunst gilt die alle fünf Jahre stattfindende documenta. Die Ausstellungsmacher der documenta 12 im Jahr 2007 betonten im Zusammenhang mit den Begriffen Zeitgenössische Kunst und aktuelle Kunst, dass „[...] „aktuell“ nicht heißt, dass die Werke gestern entstanden sind. Sie müssen für uns Heutige bedeutsam sein.“ Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein. Ausübende der Kunst im engeren Sinne werden Künstler genannt.Seit der Aufklärung versteht man unter Kunst vor allem die Ausdrucksformen der Schönen Künste[. Bildende Kunst mit den klassischen Gattungen Malerei und Grafik, Bildhauerei, Architektur, und etlichen Kleinformen sowie seit dem 19. Jahrhundert dem Kunstgewerbe oder Angewandte Kunst genannten Grenzbereich zum Kunsthandwerk, Darstellende Kunst mit den Hauptsparten Theater, Tanz und Filmkunst, Musik mit den Hauptsparten Vokalmusik und Instrumentalmusik, Literatur mit den Hauptgattungen Epik, Drama und Lyrik. Ausdrucksformen und Techniken der Kunst haben sich seit Beginn der Moderne stark erweitert, so mit der Fotografie in der Bildenden Kunst. Bei den Darstellenden Künsten, Musik und Literatur lassen sich heute auch Ausdrucksformen der Neuen Medien wie Hörfunk, Fernsehen und Internet hinzuzählen. Die klassische Einteilung verliert spätestens seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhundert mit der Suche nach dem Gesamtkunstwerk an Bedeutung. Kunstgattungen wie die I nstallation oder der Bereich der Medienkunst kennen die klassische Grundeinteilung nicht mehr. Kunst ist ein deutsches Wort. Bereits im Althochdeutschen lautete es kunst (Plural kunsti), im Mittelhochdeutschen kunst (Pl. künste). Ursprünglich ist kunst ein Substantivabstraktum zum Verbum können mit der Bedeutung "das, was man beherrscht; Kenntnis, Wissen, Meisterschaft". Die Redewendung „Kunst kommt von Können“ ist also etymologisch, dem Wortursprung nach, richtig. Die heutige Bedeutung des Wortes hat sich dadurch entwickelt, dass zusätzlich der lateinische Begriff ars mit "Kunst" ins Deutsche übersetzt wurde (Lehnbedeutung). Besonders seit der Neuzeit wird der Begriff zunehmend mehrdeutig, weil neben alte Verwendungen des Wortes (im Sinne von „Lehre, Wissen“) neue treten (im Sinne des Plurals Künste als „Kunstgattung“, etwa „autonome Künste“, „schöne Künste“). Der Begriff Kunst wurde und wird mithin gebraucht:Im Sinn von Wissen, Erkennen, Erkenntnis, Einsicht. Seit dem 16. Jahrhundert wird Kunst nicht nur zur Beschreibung eines Wissens gebraucht, der Begriff wird ebenso synonym für Philosophie, aber auch die (Natur-)wissenschaften gebraucht, aber auch deren zunehmend abgelehntes Gegenteil als „schwarze Kunst“. Im Sinn von Fertigkeit. Gemeint waren Fertigkeiten innerhalb eines Fachgebiets sowie die Gesamtheit einer Fertigkeit (Reitkunst, Kochkunst, Fechtkunst) oder Tätigkeit. Eine negative Konnotation erhalten diese Künste, wenn damit geschickte Täuschungen gemeint sind (Diebeskünste, Verschönerungskünste, Schwarze Kunst, Verführungskunst oder Zauberkunst). Aus dem Bedeutungsfeld der Verstellungen kommt auch das Adjektiv „gekünstelt“. Im Sinn von Handwerk Im Wort Kunsthandwerk steckt heute noch das Handwerk. Bis in das 18. Jahrhundert wurde Kunst auch als Synonym für die Ausübung eines Handwerks benutzt. Erhalten hat sich dieser Gebrauch in Worten wie Flechtkunst, Töpferkunst. Mit Kant lässt sich schließlich die Trennung der Begriffe konstatieren: „Im engern Sinne sind Handwerk und Kunst genau unterschieden, obwohl es an naher Berührung, ja Verfließen von beiden nicht fehlt (vgl. Kunstgewerbe): die Kunst wird vom Handwerk unterschieden, die erste heißt freie, die andere kann auch Lohnkunst heißen“. Im Sinn von Wissenschaft Seit Leibniz kennt man die Bezeichnung wissenschaftlicher Disziplinen als „Sprachkunst (Grammatica), Redekunst (Rhetorica), Messekunst (Geometria), Beweiskunst (Logica), Sittenkunst (Ethica), Sehkunst (Optica), Zergliederkunst (Anatomia), Scheidkunst (Chymia) u.a.“. Bald jedoch wird die Kunst von der Wissenschaft unterschieden. Goethe meint dazu: „Kunst und Wissenschaft sind Worte, die man so oft braucht und deren genauer Unterschied selten verstanden wird, man gebraucht oft eins für das andere, und schlägt dann gegen andere Definitionen vor: ich denke, Wissenschaft könnte man die Kenntnis des Allgemeinen nennen, das abgezogene Wissen, Kunst dagegen wäre Wissenschaft zur That verwendet. Wissenschaft wäre Vernunft, und Kunst ihr Mechanismus, deshalb man sie auch praktische Wissenschaft nennen könnte. Und so wäre denn endlich Wissenschaft das Theorem, Kunst das Problem.“ Informel oder informelle Kunst (frz.: art informel) ist ein Sammelbegriff für die Stilrichtungen der abstrakten Kunst in den europäischen Nachkriegsjahren, die ihre Urspünge im Paris der 1940er und 1950er Jahre hat. * Karel Appel (1921–2006) Armando (* 1929) * Georg W. Borsche (1922-1999) * Peter Brüning (1929–1970) * Carl Buchheister (1890-1964)* Karl Fred Dahmen (1917-1981)* Jean Dubuffet (1901–1985) * Jean Fautrier (1898–1964) * Gerson Fehrenbach (1932–2004) * Albert Fürst (* 1920) * Winfred Gaul (1928-2003)* Karl Otto Götz (* 1914)* Hans Hartung (1904–1989) * Gerhard Hoehme (1920-1989) * Rolf Iseli (* 1934) * Alexandre Istrati (1915–1991)* Bert Jäger (1919–1998) * Asger Jorn (1914–1973) * Hans Kaiser (1914-1982) * Jupp Lückeroth (1919–1993) * Fritz Martin (1909–1995)* Georges Mathieu (* 1921) * Ludwig Merwart (1913-1979) * Henri Michaux (1899-1984)* Hans Platschek (1923-2000) * Markus Prachensky (* 1932) * Jean-Paul Riopelle (1923–2002) * Antonio Saura (1930–1998) * Hans-Jürgen Schlieker (1924–2004) * Jan Schoonhoven (1914-1994) * Bernard Schultze (1915-2005) * Emil Schumacher (1912-1999) * K. R. H. Sonderborg (1923-2008) * Pierre Soulages (* 1919) * Nicolas de Staël (1914–1955) * Antoni Tàpies (* 1923) * Fred Thieler (1916–1999) * Hann Trier (1915-1999) * Emilio Vedova (1906–2006) * Hans D. Voss (1926–1980) * Friederich Werthmann (*1927) * Wilhelm Wessel (1904–1971) * Wols (1913–1951) Als Gegensatz zu Natur. Nicht zuletzt im Gefolge der Aufklärung und ihrem neuen Naturbegriff wird Kunst als Gegensatz zu Natur, als künstlich anstelle von natürlich verstanden. Heute verwendet man das Präfix Kunst- als Bezeichnung für „nicht natürlich“: Kunstpelz, Kunststoff, Kunstblume, Kunstauge etc. Im Sinn von Schöne Künste. Kunst im heutigen, am häufigsten gebrauchten Sinn wurde begrifflich vor allem von Winckelmann, Lessing, Herder, Goethe und Schiller geprägt. In ihren ästhetischen Schriften beschreiben sie die menschlichen Hervorbringungen zum Zwecke der Erbauung als Kunst, sei es im Theater, in der Literatur, in der Musik oder die Werke „bildender Künstler“, auf die sich der Begriff schließlich zunehmend verengt. So hat sich Kunst- auch als Präfix für Wortbildungen wie Kunstausstellung, Kunstwerk, Kunstauktion etc. herausgebildet. Im Sinn von Maschine. Ab dem 18. Jahrhundert entwickelt sich außerdem eine Bedeutungslinie, die Kunst als Bezeichnung für eine Maschine oder einen maschinell hergestellten Gegenstand verwendet (Feuerkunst für Feuerspritze, Dampfkunst für Dampfmaschine, Wasserkunst für Springbrunnenanlagen und Anlagen der Wasserversorgung und Entwässerung. Speziell Vorrichtungen zum 'Fördern' von Lasten im Bergbau werden Fahrkunst genannt.Geschichte des Kunstbegriffes [Bearbeiten]Vorgeschichte [Bearbeiten] Venus von Willendorf, ca. 25.000 v. Chr. Kunst ist vom Ursprung her eine kultische Erscheinung, die sich zeitgleich oder im Zusammenhang mit vorzeitlichen Kulten oder Religionen entwickelte. Sowohl Malerei und Skulptur, als auch Musik und Tanz treten bereits in der Altsteinzeit in Erscheinung. Zu den frühesten Zeugnissen von Kunst gehören die knapp 40.000 Jahre alten Elfenbeinfiguren aus dem Lonetal, die Flöten aus dem Geißenklösterle oder die Höhlenmalereien aus der Grotte Chauvet. Historisch entwickelten sich die Künste aus ihrem Beitrag zur materiellen Organisation von Kulten und Ritualen. In der Frühzeit menschlicher Entwicklung ist das Auftreten von Kunst einer von mehreren Indikatoren für die Bildung von Bewusstsein und menschlichem Denken. Kunst meint in diesem Zusammenhang Verrichtungen oder Darstellungen (z. B. Musizieren, Bemalung), die keinen unmittelbaren Nutzen zur Lebenserhaltung erkennen lassen.
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